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Hamburger Ärzte gegen gewaltsame Verabreichung von Brechmitteln

PRESSESTELLE
DER HAMBURGER ÄRZTESCHAFT

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PRESSE-INFORMATION




Hamburger Ärzte gegen gewaltsame Verabreichung von Brechmitteln

Kein ärztlicher Eingriff mit Gewalt

Die Hamburger Ärzteschaft wendet sich gegen die zwangsweise Verabreichung von Brechmitteln an Drogendealer, sofern dies unter Anwendung von Gewalt geschieht. Das besagt ein Beschluss, den die Kammerversammlung der Ärztekammer Hamburg am Montagabend fasste.

In ihrer Entschließung stellt die Kammerversammlung - das gewählte Parlament der Hamburger Ärztinnen und Ärzte klar, dass eine gewaltsame Vergabe von Brechmitteln gegen den Willen eines Betroffenen aus ärztlicher Sicht nicht zu vertreten ist.

Besteht der Verdacht, dass ein mutmaßlicher Drogendealer bei seiner Festnahme verpacktes Rauschgift verschluckt hat und weigert sich dieser daraufhin ein Brechmittel einzunehmen, so soll ihm das flüssige Mittel, in der Regel lpecacuanha-Sirup, mittels einer über die Nase eingeführten Sonde verabreicht werden. Dabei jedoch kann es zu einer erheblichen gesundheitlichen Gefährdung des Betroffenen kommen, wenn dieser sich massiv gegen den Eingriff wehrt.

Grundsätzlich, so machten die Ärztevertreter deutlich, könne Brechmittel durchaus in der Bekämpfung der Drogenkriminalität eingesetzt werden. Voraussetzung sei jedoch, dass die Gabe von lpecacuanha unter ärztlicher Aufsicht und bei qualifizierter Notfallbereitschaft erfolge. Die Notwendigkeit eines konsequenten Vorgehens gegen Drogenkriminalität stand überdies in der engagierten Debatte außer Frage. Dabei ständen allerdings auch andere Methoden der Beweissicherung zur Verfügung.

Gewaltanwendung bei ärztlichen Eingriffen indes ist für die Ärztekammer Hamburg auch im Zuge von staatlichen Beweissicherungsmaßnahmen nicht akzeptabel. Das machten die Ärztevertreter mit großer Mehrheit deutlich. Einstimmig forderten die Delegierten, dass kein Arzt zur Teilnahme an solchen Maßnahmen gezwungen werden dürfe.

Pressestelle der Ärztekammer Hamburg
Tel.: 040122 802 434

verantwortlich: Wolfram Scharenberg
30.10.2001