Flüchtlingsrat Hamburg e.V.


Offenes Plenum für antirassistische Arbeit
c/o Werkstatt 3, Nernstweg 32-34, 22 765 Hamburg, Tel.: 040 - 43 15 87,Fax: 040 - 430 44 90, e-mail: Fluechtlingsrat@hamburg.de

Mitteilung an die Presse:

Anlässlich des zweiten Todestages von Achidi John, der am 9.12.2001 im Rechtsmedizinischen Institut des Universitätskrankenhauses Eppendorf (UKE) ums Leben kam, gibt es in Hamburg erneut Protestaktionen.

Für Dienstag, dem 9. Dezember 2003 rufen das Solidaritätsbündnis gegen Brechmitteleinsätze und der Flüchtlingsrat Hamburg/Kampagne gegen Brechmitteleinsätze zu einer Demonstration mit anschließender Abschlusskundgebung vor dem Haupteingang des UKE in der Martinistraße auf. Die Demonstration beginnt um 17:30 Uhr an der U-Bahn Station Eppendorfer Baum, die Abschlusskundgebung am UKE Haupteingang findet gegen 18:30 Uhr statt.

Trotz der damit verbundenen Gesundheitsrisiken, werden noch immer durchschnittlich 10 Menschen im Monat gezwungen, den Brechsirup Ipecacuanha zu trinken oder ihn sich per Magensonde einflößen zu lassen (seit August 2001 über 300 Einsätze, 65 seit Mai 03 bis 26. Oktober 03, davon 53 an Menschen aus afrikanischen Ländern).

Die Staatsanwaltschaft verweigert bis heute die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen des tödlichen Brechmitteleinsatzes, verfolgt andererseits aber zwei Aktivisten strafrechtlich wegen Sachbeschädigung, weil sie im Sommer 2002 an einer Aktion zur Umbenennung des Hansaplatzes in "Achidi-John-Platz" teilgenommen haben sollen.

Der Flüchtlingsrat Hamburg hat sich nun mit einer Mitteilung über das systematisch angewandte erzwungene Erbrechen im Hamburger Polizeigewahrsam an den Ausschuss gegen Folter der Vereinten Nationen gewandt, der im Mai 2004 den dritten periodischen Bericht der Bundesrepublik Deutschland nach Artikel 19 des Übereinkommens gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung vom 10. Dezember 1984 beraten wird.

Wir fordern den sofortigen Stopp der Brechmitteleinsätze und die strafrechtliche Verfolgung Frau Prof. Dr. Lockemanns und der beteiligten Polizisten unter Beachtung aller vorliegenden Beweise für die Umstände des Todes von Achidi John.

Flüchtlingsrat Hamburg/
Kampagne gegen Brechmitteleinsätze

Dr. Franz Forsmann

(Für Rückfragen am 08.12.2003 ab 12.00 Uhr bitte 0178 - 7492628 anrufen; weitere Informationen unter www.brechmitteleinsatz.de)