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Protest gegen Dienstanweisung

UKE-Anästhesisten wenden sich an Ärztekammer:
(21.12.2001)

Die Ärztekammer Hamburg ist darüber informiert worden, dass 57 ärztliche Mitarbeiter der Abteilung für Anästhesie am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf gegen eine Dienstanweisung des Ärztlichen Direktors des UKE protestiert haben und nicht bereit sind, an Brechmittelgaben unter Gewaltanwendung mitzuwirken. Damit wendet sich die deutliche Mehrheit der Anästhesisten gegen die entsprechende Dienstanweisung.
Auch ein Teil der betroffenen Pflegekräfte protestiert in einem gesonderten Schreiben an die Klinikleitung gegen eine entsprechende Anordnung. Darin bitten die Schwestern und Pfleger den Ärztlichen Direktor, die Dienstanordnung \"zu überdenken und sich dafür einzusetzen, dass in der Öffentlichkeit mit dem Namen unseres Universitätsklinikums medizinische Maßnahmen unter Zwang oder Anwendung von Gewalt nicht weiter verbunden werden.\"
In diesem Zusammenhang verweist die Ärztekammer Hamburg auf den Beschluss ihrer Kammerversammlung vom 29. Oktober 2001, in dem die Freiwilligkeit solcher Einsätze ausdrücklich gefordert wird. Bezug nehmend auf diesen Beschluss hat die Ärztekammer den Ärztlichen Direktor des UKE mittlerweile aufgefordert, die entsprechende Dienstanweisung zurückzunehmen und auf gewaltsame Brechmitteleinsätze am UKE zu verzichten.
Der Vorstand der Ärztekammer hatte auf seiner Sondersitzung am 17.12.2001 den Beschluss der Kammerversammlung noch einmal bekräftigt. Er fordert darüber hinaus den Senat auf, eine politische Lösung des zugrunde liegenden Problems zu suchen, die nicht zu einem Konflikt zwischen ärztlichem Handeln und staatlichen Maßnahmen führen dürfe.
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Pressestelle der Ärztekammer Hamburg
Tel.: 040/22 802 434
verantwortlich: Wolfram Scharenberg
21. 12. 2001