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Presseinformation
5. September 2002-09-03

Dead by Law
Benefizkonzert gegen Brechmitteleinsätze
am 26. Oktober 2002 in der Roten Flora mit

Fink, Bernadette La Hengst,
Microphone Mafia und Rantanplan

Einlaß: 20.30 Uhr, Eintritt: 5 Euro plus Spende

Gleich vier Bands werden am 26. Oktober in der Roten Flora für das Benefiz Dead by Law auf die Bühne gehen. Dabei sein werden:
FINK (aktuelle CD: Letzter September - Fink live im Herbst 2001), die Instrumente benutzen, die normalerweise für die Countrymusik zuständig sind und doch alle Gesetze unterwandern, die dieses Genre festschreibt.
BERNADETTE LA HENGST, die mit ihrem Wave-Pop Marke Hamburger Schule zu Beginn des Sommers erfolgreich ihre erste Solo-CD unter dem Titel „Der schönste Augenblick in deinem Leben ist gerade jetzt gewesen“ veröffentlicht hat.
RANTANPLAN. Die Ska-Punker unterbrechen für diesen Anlass die Studioarbeiten an ihrer neuen CD, dem Nachfolger von Samba.
Aus dem Projekt Kanak Attak wird die Kölner Hip-Hop-Formation
MICROPHONE MAFIA in der Flora rappen: Deren aktuelle CD Infernalia wird in der intro als erste "ernsthafte Auseinandersetzung mit der Geschichte der Migration in Deutschland" auf CD bezeichnet.

Anlass für das Konzert DEAD BY LAW ist der Tod von Achidi John. Der 19jährige Nigerianer kam am 9. Dezember letzten Jahres nach einem gewaltsam durchgeführten Brechmitteleinsatz zu Tode. Zuvor hatten fünf Polizisten den gefesselten, Todesangst erleidenden Mann gemeinsam zu Boden gezwungen und sich auf ihn gesetzt, während die Ärztin Dr. Ute Lockemann versuchte, eine Sonde durch die Nase einzuführen. Noch während diesem „medizinischen Eingriff“ erlitt Achidi John einen massiven Muskelkrampf. Trotzdem wurde die menschenverachtende Prozedur weiter geführt, das Brechmittel und fast ein Liter Wasser in den schon reglosen Körper gepumpt. Im Beisein der Ärztin erlitt Achidi John den Herzstillstand. Erst Minuten später wurde dies bemerkt. Die Reanimationsversuche blieben erfolglos. Achidi John starb am 12.Dezember 2001.
Ein Ermittlungsverfahren wurde bis heute weder gegen die Ärztin noch die beteiligten Polizisten eingeleitet: Man habe nur „vorermittelt“, so die Staatsanwaltschaft Hamburg, die Ende Juni 2002 die Akte schloss. Der Tod von Achidi John sei wegen einer bestehenden Herzerkrankung schicksalhaft gewesen, er habe bei jedem anderen aufregenden Ereignis sterben können. Die Staatsanwaltschaft weigert sich bis heute, ein gesetzmäßiges Verfahren einzuleiten.
Die in Nigeria lebenden Eltern des Achidi John haben die Hamburger Rechtsanwältin Gabriele Heinecke beauftragt, ihre Interessen wahrzunehmen, dafür zu sorgen, dass die Umstände des gewaltsamen Todes untersucht und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Es müssen Akten geprüft und Sachverständige beauftragt werden. Das Benefizkonzert gegen die Brechmitteleinsätze soll der Anwältin die notwendigen Schritte ermöglichen.


Mehr Informationen
über die Hintergründe des Todes von Achidi John, den Einsatz von Brechmitteln in Hamburg und natürlich auch über die Bands, die am 26. Oktober das Benefiz Dead by Law unterstützen, finden Sie auf der Internetseite www.rock-links.de/benefiz. Dort stehen auch printfähige Fotos der Künstler bereit.

Für Interviewwünsche wenden Sie sich bitte an Rock-Links, Dirk Seifert: 0175-5609762
Die Rechtsanwältin Gabriele Heinecke erreichen Sie unter 040-4396001.