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Ungeklärter Tod

GAL drängt auf Aufklärung des tödlichen Brechmitteleinsatzes. Staatsanwaltschaft ermittelt nicht

Der GAL-Abgeordnete Manfred Mahr hat eine kleine Offensive zur Aufklärung des tödlichen Brechmitteleinsatzes im Dezember 2001 gestartet: Mit drei kleinen Senatsanfragen begehrt er zu erfahren, warum die Staatsanwaltschaft kein Ermittlungsverfahren zum Tod von Achidi J. eingeleitet hat und dessen Eltern Informationen über seinen Tod verwehrt.

Am 12. Dezember war der 19-jährige Asylbewerber von Polizisten ins Rechtsmedizinische Institut am UKE gebracht worden. Er stand im Verdacht, bei einer Polizeikontrolle Kokainkügelchen verschluckt zu haben. Weil er sich weigerte, ein Brechmittel zu trinken, wurde ihm dieses gewaltsam mit einer Nasensonde eingeflößt. Achidi J. erlitt einen Herzstillstand. Notfallmedizinische Maßnahmen wurden erst eingeleitet, als der junge Mann schon mehrere Minuten reglos auf dem Boden lag. Zwei Tage später war er tot.

Bis heute hat die Staatsanwaltschaft kein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Sie führe erst "Vorermittlungen" durch, heißt es, um dann zu entscheiden, ob es zu offiziellen Nachforschungen kommen wird. Mit dieser Begründung wird auch der Wunsch der Eltern von Achidi J. abgelehnt, die Akten über den Tod ihres Sohnes einzusehen. ee

taz Hamburg Nr. 6781 vom 22.6.2002, Seite 25, 43 Zeilen (TAZ-Bericht), ee